Ökumenisches Kirchenkino im Februar

Am Freitag, 7. Februar zeigt das Ökumenische Kirchenkino um 19.30 Uhr im Evangelischen Gemeindesaal Flemingstraße 26, Haan den Film „Aufbruch zum Mond“.

USA 2018, 142 Min,  Regie: Damien Chazelle

Die Entfernung zwischen Erde und Mond beträgt 384.400 Kilometer. Der Film „Aufbruch zum Mond“ konzentriert sich auf einen viel kleineren Raum. Regisseur Damien Chazelle rückt neben den wichtigsten Stationen des amerikanischen Wegs zur historischen Mondmission den Privatmenschen Neil Armstrong in den Fokus. Wenige einprägsame Szenen zwischen den glücklichen Armstrongs reichen aus, um ein Gefühl für die enge Vertrautheit der Eheleute zu entwickeln. Umso heftiger wirkt der frühe Tod der zweijährigen Tochter, nach dem sich Armstrong verbissen und ehrgeizig seiner Astronautenkarriere hingibt.

„Aufbruch zum Mond“ begeistert als groß gedachtes Hollywoodkino, das seinen Zuschauern ein allseits bekanntes Ereignis von einer völlig neuen Seite näher bringt. Zudem ist der Film ein audiovisuelles Erlebnis von großer Schönheit. 140 Minuten, die zum Staunen einladen. Die Hochstilisierung Armstrongs zum All-American-Hero verweigert das Drehbuch allerdings konsequent. Stattdessen zeigt es, wie an der Mondmission öffentliche Zweifel aufkommen, und es zeichnet die Figur Armstrong zwispältig. Dieser Mann, dem Frau und Kinder alles bedeuten, scheint das Gespür für die Prioritäten im Leben zu verlieren. So verabschiedet sich Neil Armstrong erst auf Zureden seiner Frau von seinen beiden kleinen Söhnen, findet dabei aber in seiner Unbeholfenheit, Gefühle auszudrücken, keine Nähe und endet: »Noch Fragen?« Im Grunde hält er vor den Kindern eine Pressekonferenz ab, die er mit einem nüchternen Händedruck beschließt. Dem fehlenden Einfühlungsvermögen gegenüber seiner Familie steht die völlige Aufopferung für die Mission gegenüber. Was sich als Porträt eines Egomanen anhören mag, verdichtet sich zur tragischen Charakterzeichnung eines Helden unserer Zeit. Im grandiosen Finale schafft der Regisseur vor der Kulisse des menschenleeren Mondes einen Kinomoment für die Ewigkeit.

Nach diesem Filmerlebnis bietet das Kino-Team die Möglichkeit zu einem Gespräch in entspannter Runde bei einem Glas Wasser oder Wein.

Der Eintritt ist frei; eine Spende am Ausgang möglich.