Frau Bauer, ehrenamtliche erste Vorsitzende der Ratinger Tafel e.V. seit 2015

Von Jung an engagierte sich Ingrid Bauer ehrenamtlich in verschiedenen Bereichen. "Für mich war es selbstverständlich, wenn irgendwo Unterstützung gebraucht wurde, einzuspringen."

Ursprünglich aus dem Schwarzwald kommend, lebt sie seit 1978 mit ihrem Mann in Ratingen. Sie hat zwei Söhne, die verheiratet sind und zwei Enkelkinder. Neben unterschiedlichen Einsätzen ist Ingrid Bauer - auch heute ist ihr noch sportliche Betätigung wichtig - seit fast 40 Jahren ehrenamtliche Abteilungsleiterin für Badminton beim ASC Ratingen West. Über 25 Jahre hat sie an Meisterschaftsspielen teilgenommen. Inzwischen geht sie anderen Sportarten nach. Hoch im Kurs stehen bei ihr Schwimmen, Walken oder Fahrradfahren. Ein Ausgleich, der ihr Kraft spendet, ist für sie das Singen im Gospelchor "Singing Westside" der Kirchengemeinde Ratingen.

Die Notwendigkeit einer Tafel hatte sie schon lange vor deren Gründung erkannt und immer wieder darauf hingewiesen. Zu ihren Geburtstagen wünschte sie sich grundsätzlich Lebensmittel, die sie an kirchliche Stellen zur Weiterverteilung abgab. Im Jahre 2008 war es dann soweit, die Tafel wurde in Ratingen vom SkF und der Diakonie gegründet. Seit 2015 ist die Tafel ein selbständiger Verein und damit völlig unabhängig. Ingrid Bauer ist froh und dankbar, wenn sie etwas bewegen kann.

In ihrem Ehrenamt bei der Tafel stellt sie zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen so einiges auf die Beine. Dreimal wöchentlich öffnet die Tafel ihre Türen für Menschen, deren Einkommen oder Rente nicht ausreicht, um den Monat zu überstehen. Es sind ganz unterschiedliche Personen, die kommen: Rentnerinnen, Rentner; oft Frauen in Scheidung oder getrennt lebend, deren Unterhaltszahlungen noch nicht geklärt sind, Alleinerziehende oder Flüchtlinge. Darüber hinaus werden ca. 50 Haushalte mit Lebensmittel beliefert. Es sind Personen, die gesundheitlich derart eingeschränkt sind, dass sie sich die Lebensmittel nicht selbst vor Ort abholen können. All das bedeutet große Organisations- und Koordinationsarbeiten. Ca. 140 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind hier aktiv. Positiver Nebeneffekt ist, dass noch gute Lebensmittel sinnvoll verwendet und nicht unsinnig vernichtet werden.

Ingrid Bauer fände es gut, wenn die Tafel gar nicht mehr gebraucht würde. Aber dafür müsste sich so vieles in der Gesellschaft ändern, damit Menschen nicht mehr darauf angewiesen wären. "Bei meiner Arbeit sehe ich zum einen den enormen Überfluss an Lebensmittel, zum anderen den enormen Mangel und die Armut der Menschen. Ich wünsche mir, dass sich mehr Menschen trauen, zur Tafel zu kommen. Es gibt keinen Grund, sich dafür zu schämen. In Armut zu geraten, kann vielen von uns sehr schnell passieren, erklärt Ingrid Bauer.

Für nähere Informationen zur Tafel klicken Sie einfach hier. Hier finden Sie auch alle Kontaktdaten, wenn Sie die Tafel z.B. in irgendeiner Form unterstützen möchten.

 

(Text u. Foto: Beate Meurer, Öffentlichkeitsreferat)