Hildegard Krause, ehrenamtliche Notfallseelsorgerin der Ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Mettmann

 „Ich bin ehrenamtliche Notfallseelsorgerin, weil ich für die Menschen an ihrem vielleicht schlimmsten Tag im Leben da sein möchte.“

Hildegard Krause, in Siebenbürgen geboren, mit 17 Jahren ins Rheinland gekommen, arbeitet als Sekretärin/Assistentin des Superintendenten im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann.

Zu ihrem Ehrenamt ist sie durch ein persönliches tragisches Ereignis gekommen. Ein Freund verunglückte tödlich mit dem Motorrad. In dieser Situation war sie froh, Beistand gehabt zu haben. Danach hatte sie sich für dieses Ehrenamt entschieden. Seit 2011 ist sie dabei. Nach einer umfangreichen Schulung startete sie und ist seitdem durchschnittlich ein- bis dreimal im Monat im Einsatz.

„Jeder Einsatz ist anders. Ich weiß vorher nie, was mich genau erwartet, wie sich die Menschen genau in dieser Situation verhalten. Oft muss ich einfach nur da sein. Für viele Betroffene ist es schon Unterstützung genug, wenn sie nicht alleine sein müssen. Dafür ist es wichtig, auch längere Zeit einfach die Stille auszuhalten und situationsbezogen zu agieren.“

Die ehrenamtlichen und die hauptamtlichen Notfallseelsorgerinnen/ Notfallseelsorger werden von einem dafür eingerichteten Fahrdienst von zu Hause abgeholt, zum Einsatzort gefahren und auch wieder nach Hause gebracht. Der Fahrdienst wird von der Kreisleitstelle der Feuerwehr Mettmann benachrichtigt, wenn ein Notfallseelsorger/ eine Notfallseelsorgerin gewünscht ist.

Auf die Frage, wie sie solche Extremsituationen verarbeitet, antwortet Hildegard Krause: „Ich kann ganz gut abschalten, das ist auch absolut notwendig. Nach einem Einsatz entspanne ich mich, indem ich Musik höre oder ein Bad nehme. Darüber hinaus haben wir monatlich eine Supervision, in der wir Einsätze nachbesprechen können. Wir tauschen uns mit den Kolleginnen und Kollegen untereinander aus, das ist schon sehr hilfreich.“

Und was wünscht sich die Ehrenamtliche für ihre eigene Zukunft? „Ich möchte einfach das Leben weiterhin genießen und schöne Zeiten mit meinen Kindern und Enkelkindern verbringen.“

 

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