Herr Fluß - Grüner Herr unter Grünen Damen

„Das wichtigste, das wir - meine ehrenamtlichen Kolleginnen und ich - den Patientinnen und Patienten anbieten, ist Zeit. Zeit zum Zuhören, Zeit zum Gespräch, Zeit für Wünsche und für Nöte“, erzählt Reinhard Fluß. Seit September 2006 ist er alle 14 Tage im Einsatz als Grüner Herr im Evangelischen Krankenhaus Mettmann. Darüber hinaus arbeitet er auch ehrenamtlich mit seiner Frau zusammen im Café EinBlick in der Evangelischen Kirchengemeinde Mettmann.  

Als er in den Vorruhestand ging, hatte er den Plan, sich weiterhin ehrenamtlich zu engagieren. Der gebürtige und ansässige Mettmanner hatte sich schon von Jung an ehrenamtlich in der Kinder- und Jugendarbeit engagiert. Durch eine Bekannte kam er auf die Grünen Damen. Er nahm Kontakt auf und bewarb sich erfolgreich. Zuerst waren seine Kolleginnen ein wenig skeptisch, der erste Mann in der Runde, dann aber überzeugte er. Er fühlte sich vom ersten Moment gut aufgenommen. Insgesamt sind es 18 ehrenamtliche Mitarbeitende, die sich im Krankenhaus um die Patientinnen und Patienten kümmern. 

Vor dem Dienst wird mit einem biblischen Wort ein Moment der Stille gehalten, und man besinnt sich auf die kommenden Aufgaben. Der Arbeitseinsatz beginnt grundsätzlich mit einer kurzen Abstimmung zwischen den ehrenamtlichen Mitarbeitenden und den Stationsschwestern. Von den Stationsschwestern erfahren sie, ob schon jemand Unterstützung von den Grünen Damen und Herren angefragt hat oder wer gerade seine/ihre Ruhe braucht. Dann geht es los, ausgestattet mit Materialien im Korb. Zeitungen, wie z.B. die von der Kirchengemeinde zur Verfügung gestellten „Chrismon und Sonntagsgruß“, eine Bücherliste für die Bibliothek und weitere Informationsunterlagen.

„Die meisten Menschen, die unsere Dienste in Anspruch nehmen, sind zwischen 40 und 60 Jahre alt. Oft besorgen wir Zeitungen, Obst, etwas aus der Apotheke oder andere Kleinigkeiten. Jede/ jeder der Patienten bekommt auf Wunsch die Bücherliste und kann sich ein Buch aussuchen. Wir besorgen dann die entsprechenden Bücher aus der hauseigenen Bibliothek“, erklärt Reinhard Fluß. Jeden Samstag gibt es einen Gottesdienst in der Hauskapelle zu dem eingeladen wird. Für bewegungseingeschränkte Menschen kann er am Monitor mit Kopfhörer verfolgt werden.

„Ich treffe auch auf Patienten/ Patientinnen, die sich einfach einmal ihre Krankheitsgeschichte oder Geschichten aus ihrem Leben von der Seele reden möchten. Dafür haben wir die Zeit, die das Pflegepersonal nicht hat. Wenn es um sehr tiefgehende Gespräche geht, vermitteln wir – das Einverständnis der Patientinnen und Patienten vorausgesetzt - ein Gespräch mit der Krankenhausseelsorgerin“, schildert Reinhard Fluß.

Was wünscht er sich für seine Zukunft? „ Ich bin glücklich, dass ich mit meinen 72 Jahren gesundheitlich noch fit bin. Ich wünsche mir, dass ich mit meiner Frau noch viele Jahre in einem liebevollen Verhältnis verbringe. Ich bin dankbar für viele Dinge in meinem Leben, die sehr positiv verlaufen sind und freue mich, dass ich durch den Dienst im Krankenhaus etwas davon zurückgeben kann.

Nähere Informationen über die Grünen Damen und Herren finden Sie hier: www.ekh-deutschland.de/startseite/

(Text u. Foto: Beate Meurer, Öffentlichkeitsreferat)