Wechsel der Koordinatoren der Ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Mettmann

Jürgen Draht, Pfarrer und Koordinator der Ökumenischen Notfallseelsorge geht nach rund 25 Jahren zum 31.12.2021 in den Ruhestand. Geboren in Duisburg und in Düsseldorf aufgewachsen studierte er Theologie in Bochum und Bonn. Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums begann er seine berufliche Laufbahn als Pfarrer 1996 in der Kirchengemeinde Ratingen.

Berufliche Laufbahn Jürgen Draht und Entstehung der Notfallseelsorge
Den Ausschlag für eine Tätigkeit in der Notfallseelsorge war die Begegnung mit der Feuerwehr bei der Brandkatastrophe des Düsseldorfer Flughafens 1996. Schon vor diesem Brand suchte die Feuerwehr Seelsorger für die Region. Jürgen Draht meldete sich bei der Feuerwehr für den Einsatz als Notfallseelsorger und fuhr einmal wöchentlich mit der Feuerwehr zusammen zu deren Einsätzen.

„Notfallseelsorge hatte mich schon länger interessiert. Als Gemeindepfarrer besuchte ich einen Mann, dessen Frau verstorben war. Ich spürte, dass ich ihn verstehe und er mich ebenfalls. Ich war der Richtige an der richtigen Stelle“, erklärt Jürgen Draht.

Nach rund einem Jahr richtete der damalige Superintendent Gottfried Henkys, Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann, eine Sonderdienststelle Notfallseelsorge ein, die Jürgen Draht antrat. Durch die Initiative des Nachfolgers Henkys, dem Superintendenten Günter Arnold, wurde 2002 durch die Kreissynode eine ordentliche Pfarrstelle dafür eingerichtet. Damit ist der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann der einzige in der Evangelischen Kirche im Rheinland, der zu damals eine hundertprozentige Stelle eingerichtet hatte. 2005 hatte dann die Leitung des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann die Stiftung Notfallseelsorge gegründet, um die Arbeit langfristig finanziell abzusichern.

2018 schlossen sich drei Kirchenkreise: Düsseldorf-Mettmann, Niederberg, Leverkusen und das katholische Kreisdekanat Mettmann zusammen zur „Ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Mettmann“. Finanziell unterstützt wird die Notfallseelsorge durch den Kreis Mettmann, mit dem der Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann im Januar 2018 eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung getroffen hatte.

„Besondere Freude macht mir die Arbeit mit den Ehrenamtlichen, die neben ihren jeweiligen beruflichen Tätigkeiten mit sehr hoher Motivation und großem Engagement sich als Notfallseelsorger:innen engagieren. Meine Arbeit als Koordinator und Notfallseelsorger empfinde ich als Geschenk. Ich kann etwas außerordentlich Sinnvolles tun. Es hat immer Menschen gegeben, die Anstöße gegeben haben, mich unterstützt haben, die Türen offen gehalten haben. Dazu gehörten unter anderem die Feuerwehr, Hilfsorganisationen und verschiedene Führungskräfte. Dafür bin ich sehr dankbar“, resümiert Jürgen Draht.

In seiner Pensionierung möchte er sich seiner künstlerischen Seite stärker widmen, Bilder malen und Französisch auffrischen und intensivieren. Ein Französischkurs ist bereits gebucht.

Nachfolge
Die Nachfolge tritt Frank Schulte, Pfarrer der Kirchengemeinde Ratingen und Skriba des Kirchenkrieses Düsseldorf-Mettmann zum 1.1.2022 an. Er ist seit vielen Jahren selbst als Notfallseelsorger regelmäßig einmal monatlich im Einsatz. In dieser Zeit hatte er viele beeindruckende Begegnungen.

Berufliche Laufbahn Frank Schulte
In Wuppertal Elberfeld geboren und aufgewachsen hat er sein Studium der Theologie in Bochum und Wuppertal 1992 erfolgreich abgeschlossen. Nach Vikariat und eineinhalb Jahren als Pfarrer in Aachen wechselte er 1996 in die Kirchengemeinde Ratingen.

„Ich freue mich auf meine Aufgabe. Mir gefällt, für die letzten elf Amtsjahre einen neuen Akzent in meine Tätigkeit setzen zu können. Ich bin ein kommunikativer und verbindender Mensch, dem es leicht fällt, Kontakte zu knüpfen. Das sind gute und nützliche Eigenschaften für die Aufgaben eines Koordinators“, erklärt Frank Schulte.

Seine Stelle als Koordinator ist auf eine halbe Stelle reduziert. Geplant ist, eine zusätzliche Person mit weiteren koordinierenden Aufgaben für die Notfallseelsorge einzustellen. Die Aufgabenverteilung in der Kirchengemeinde Ratingen werden umorganisiert. Eine junge Kollegin, Birte Bernhardt, ist als Pfarrerin seit dem 1.10.2021 in der Kirchengemeinde und im Kirchenkreis tätig.

Verabschiedung und Einführung
Von katholischer Seite gab es zum 1. September 2021 einen Wechsel der Koordinatoren. Guido Boes gab seine Tätigkeit Ende Juni 2021 auf. Seine Nachfolge übernahm Detlef Tappen, Pastoralreferent. Eine Verabschiedung der beiden Koordinatoren sowie die Einführung der beiden Nachfolger wurde aufgrund der aktuellen Corona-Situation auf 2022 verschoben.

Informationen zur Ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Mettmann