Nervende Nächstenliebe - Masken nerven!

In der Schule sind sie allgegenwärtig. Auf den Fluren sind sie Pflicht, aber in den Klassenräumen ist es den Schülern selbst überlassen, ob sie die Mund-Nasen-Bedeckungen tragen wollen. Niemand mag die Dinger. Unter dem Stoff wird es warm und schwitzig. Reden ist schwierig und anstrengend. Man muss lauter reden mit einer Maske. Außerdem fehlt der Kommunikation zwischen Lehrer und Schüler die Mimik.

Auf der Straße vor der Schule grüßen mich Schüler, die ich nicht erkenne, weil ich sie nur mit Maske kennengelernt habe. Kurz: Masken nerven! Und dennoch tragen die Schüler sie auch im Klassenraum, wenn sie wissen, dass der Lehrer oder ein Mitschüler mehr Schutz benötigt. Am liebsten würden sie sich sofort davon befreien, sagen die Schüler, aber für ihn oder sie tragen sie die Masken trotzdem.

Diese Rücksicht aufeinander macht mich froh und stolz auf unsere manchmal ungestümen und chaotischen jungen Leute. Ohne lange Diskussion verwirklichen sie das, was Jesus als den wesentlichen Ausdruck unseres Glaubens benannt hat: die Nächstenliebe. Dass sie sich trotzdem über die Masken beschweren, sei ihnen nachgesehen. Nirgendwo in der Bibel steht, dass die Nächstenliebe bequem zu tragen sei.

(Pfarrer Andreas Tibbe, Berufskolleg Hilden)