Tanja Pasquay, Diakonin Kirchengemeinde Hilden

"Ich mache etwas Neues"

T. Pasquay:
Diese Entscheidung hatte ich damals, mit Anfang 50, für mich getroffen. Bis dahin war ich im Pflegebereich tätig. Viele Jahre hatte ich als Gemeindeschwester in Langenfeld gearbeitet. Es war einfach an der Zeit, beruflich etwas Neues zu beginnen. Irgendwann kristallisierte sich der Wunsch heraus, Diakonin zu werden. Also bewarb ich mich für einee zweijährige Ausbildung zur Diakonin und schloss sie 2021 erfolgreich mit dem Examen vor der Landeskirche ab.

Bedingt durch Corona konnte Tanja Pasquay die Ordinationsschule nicht direkt im Anschluss, sondern erst 2022 besuchen. Diese einjährige Ausbildung ist notwendig, um ordiniert zu werden und damit die Sakramente verwalten zu können, d.h. Taufe, Abendmahl, Beerdigungen und Hochzeiten vornehmen zu dürfen.

B. Meurer: Wie sind Sie zur Kirchengemeinde Hilden gekommen, Frau Pasquay?

T. Pasquay:
Es war Zufall. Ich hatte an einem Gottesdienst in der Erlöserkirche in Hilden teilgenommen und kam mit der Pfarrerin, Sonja Schüller ins Gespräch. Ich bewarb mich und konnte, parallel zur theoretischen Ausbildung an zwei Tagen in der Woche, zehn Wochenstunden Praxis in der Kirchengemeinde miterleben. Ich habe das Glück gehabt, alle Bereiche der Kirchengemeinde kennengelernt zu haben. Es war hervorragend, die Übung zu bekommen.

Am 29. Mai 2023 wurde ich dann im Gottesdienst von Superintendent Frank Weber ordiniert. Inzwischen arbeite ich in Vollzeit als Diakonin in der Kirchengemeinde.

B. Meurer: Was genau machen Sie und was machen Sie besonders gerne?

T. Pasquay:
Mein Herz brennt für die Verkündigung. Ich habe einen besonders guten Draht zu den älteren Menschen der Gemeinde und bin regelmäßig in den Seniorenheimen unterwegs.

Seit Januar 2023 habe ich auch angefangen, mit Kindern zu arbeiten. Die meisten sind zwischen fünf und sieben Jahre alt. Es sind Kinder aus ganz Hilden dabei. Persönlich bin ich für die Kita Süd zuständig.

Das Motto der Arbeit mit ihnen ist: "Kinder suchen Gott". Es macht ungeheuer viel Spaß. Bis zu 30 Kinder kommen in die Kirche. Sie sind aufgeweckt und interessiert.

Wir machen verschiedene Dinge. Neben Gesprächen, Spielen haben die Kinder beispielsweise eine Taufschale bemalt, was ihnen große Freude bereitete.

B. Meurer: Was ist Ihnen besonders wichtig in Ihrer Arbeit?

T. Pasquay:
Ich finde es sehr wichtig, wie ich Menschen in Bezug auf Gott, auf ihren Glauben berühre. Ich möchte zeigen, was Kirche überhaupt zu bieten hat. Das ist vielen Menschen nicht klar.

B. Meurer: Wie sieht Ihre Freizeit aus?

T. Pasquay:
Ich liebe es, Räume zu gestalten. Das ist eine meiner großen Leidenschaften. Ich könnte ganze Häuser streichen. Außerdem mag ich die Natur und bin gerne draußen. Und ich lese sehr gerne.

B. Meurer: Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

T. Pasquay:
Ich wünsche mir, dass Kirche sich mit Selbstbewusstsein aufstellt. Sie hat viel zu bieten. Mir ist es wichtig, die Türe für alle Menschen aufzuhalten.

(Interview Tanja Pasquay und Beate Meurer, Öffentlichkeitsreferentin Kirchenkreis / Foto Tanja Pasquay: Beate Meurer)

 

Foto: Chritoph Simons, Kirchengemeinde Hilden